Trebbe 12
| Trebbe 12 | ||
|---|---|---|
| Allgemeine Informationen | ||
| Adresse: | Trebbe 12 | |
| Trebbinerstr. 12 | ||
| 14943 Luckenwalde | ||
| Gründung | 2000 | |
| Website | trebbe12.homepage.eu | |
Die Trebbe 12 ist ein besetztes Haus in Luckenwalde. Seit seiner Besetzung im Jahr 2000 dient das Gebäude als Wohn- und Kulturprojekt.
Geschichte
Das Gebäude in der Trebbiner Straße 12 gehörte ursprünglich einem privaten Eigentümer, der jedoch in den 1990er Jahren ins Ausland verschwand und dabei einen erheblichen Schuldenberg hinterließ. In der Folge übernahm eine Bank aus Berlin das Eigentum. Da das Gebäude keine festen Mietverträge hatte, wurde es von Aktivisten besetzt, die es bis heute nutzen. Trotz mehrfacher Versuche der Bank, das Gebäude durch Zwangsversteigerungen loszuwerden, blieb die Besetzung bis heute bestehen.
Die Trebbe 12 zählt zu den letzten besetzten Häusern, die ohne formelle Verträge betrieben werden. Das Projekt ist bekannt für seine Mischung aus gemeinschaftlichem Wohnen und kulturellen Aktivitäten und hat sich als Teil der lokalen linksalternativen Szene etabliert.
Architektur und Nutzung
Das Gebäude bietet Wohnraum für etwa 20 Personen in großzügigen Wohnräumen. Der Gemeinschaftsraum ist ein zentraler Treffpunkt für die Bewohner und wird für eine Vielzahl von Aktivitäten genutzt. Dazu gehören kulturelle Veranstaltungen, Konzerte und gesellschaftliche Events. Der Konzertraum des Hauses bietet Platz für Auftritte von Bands und Künstlern unterschiedlicher Genres.
Die DIDOSA Bar, die sich im Eingangsbereich des Hauses befindet, wird außerhalb von Konzertzeiten betrieben und ist ein beliebter Treffpunkt für die Anwohner und Besucher. Darüber hinaus werden regelmäßig Veranstaltungen wie der Bierkastenlauf, Anarchosoccer und die Trellympix organisiert, die die lokale Gemeinschaft ansprechen.
Kontroversen um die politische Ausrichtung
Die Trebbe 12 wird traditionell als ein linksalternatives Hausprojekt wahrgenommen, das sich durch seine weltoffene und solidarische Ausrichtung auszeichnet. In der Vergangenheit wurde das Haus als Ort des kreativen Widerstands gegen rechte politische Gruppierungen genutzt, wie zum Beispiel im Jahr 2009, als Bewohner und Sympathisanten zu einer Gegendemonstration gegen einen geplanten NPD-Aufmarsch aufriefen.
Allerdings gab es auch Kritik und Kontroversen bezüglich des Hauses. Im Jahr 2017 wurde ein Konzert in der Trebbe 12 ausgetragen, bei dem Bands spielten, die in der Grauzone politischer Orientierung verortet wurden. Die Bands wurden aufgrund ihrer fragwürdigen Texte und Verbindungen zu rechtsextremen Netzwerken kritisch hinterfragt. Beworben wurde das Konzert unter anderem vom ungarischen Ableger des neonazistischen Musiknetzwerks Blood & Honour.
Ein weiteres Beispiel für diese Unsicherheit war die Aktivität des Facebook-Accounts der Trebbe 12, der zunächst Inhalte von rechten Facebook-Seiten teilte. Nachdem dieser Vorfall in den Medien thematisiert wurde, wurden die betreffenden Beiträge gelöscht. Eine klare Antwort aus den Reihen der Hausbewohner blieb aus, die offizielle Webseite wurde seit 2012 nicht mehr aktualisiert.
Das führte zu Spekulationen über eine mögliche Veränderung der politischen Ausrichtung des Hauses, da der Eindruck erweckt wurde, dass es sich inzwischen um einen unpolitischen oder sogar rechtsoffenen Raum handeln könnte.
Weblinks
- Berichterstattungen:
- Inforiot, 10.03.2017: Braunzonenkonzert in links-besetztem Haus?
- Soeren Kohlhuber - Freier Journalist, 10.03.2017: Braunzonenkonzert in links-besetztem Haus?
- nd-Aktuell, 08.05.2017: Grauzone in besetztem Haus in Luckenwalde
